1965 – 1973

Gründerzeit

Werner Otto (l.) mit dem damaligen ECE-Architekten Walter Pawlik, Ende der 1960er Jahre
Werner Otto (l.) mit dem damaligen ECE-Architekten Walter Pawlik, Ende der 1960er Jahre
Eröffnung Alstertal-Einkaufszentrum 1970
Eröffnung Alstertal-Einkaufszentrum in Hamburg, 1970

Sorglos bauen und sich aufs eigentliche Kerngeschäft konzentrieren – das hat sich Versandhaus-Pionier Werner Otto (1909-2011) beim Aufbau des Otto-Versands in den 1950er und 1960er Jahren immer gewünscht. Die Realität sah allerdings ganz anders aus. Fast jedes seiner Bauprojekte war mit viel Ärger verbunden. Also machte Werner Otto aus der Not eine Tugend und gründete 1965 ein eigenes Immobilienunternehmen – die ECE. Mit ihr entwickelte Otto die ersten klassischen Einkaufszentren für den deutschen Markt.

Mit einem Dutzend Mitarbeiter startete Werner Otto 1965 in Hamburg sein neues Unternehmen. In Anlehnung an das aus Schweden stammende Modell errichtete man zunächst sogenannte Gemeinschaftswarenhäuser in Kassel, Langenhagen und Braunschweig. Kennzeichnend für das Konzept der Gemeinschaftswarenhäuser war, dass die Geschäfte gemeinsam unter einem Dach untergebracht waren – wie Abteilungen in einem Warenhaus ohne Trennung durch Wände. Alle Einzelhändler warben und traten unter einem gemeinsamen Namen auf. Besonders eifrige Einzelhändler arbeiteten neben weniger einsatzfreudigen Kollegen. Das hatte zur Folge, dass erstklassige Geschäftsleute in diesem Umfeld nicht als Mieter zu gewinnen waren, weil sie sich nicht von der breiten Masse abheben konnten. Für Werner Otto war daher schnell klar, dass Gemeinschaftswarenhäuser keine Zukunft haben würden.

Alstertal-Einkaufszentrum Hamburg, Innenansicht 1972
Alstertal-Einkaufszentrum Hamburg, Innenansicht 1972

In den USA und Kanada hatte Otto die ersten Shopping-Center gesehen: „Was mich beeindruckte, war die kundenfreundliche Vielfalt der Läden in den Einkaufs-Centern. Es reizte mich, so etwas auch in Deutschland zu erstellen.“ Also machte sich die ECE daran, Center nach amerikanischem Vorbild zu konzipieren. Eine bloße Kopie hätte allerdings nicht zum Erfolg geführt, da sich die amerikanischen Größenordnungen und die Mentalität der Kunden nicht ohne weiteres auf den deutschen Markt übertragen ließen. Also entwickelte die ECE ihr eigenes maßgeschneidertes Konzept. Die Einkaufszentren sollten überdacht und damit wetterunabhängig sein. Neben einem breiten Warenangebot mit vielen verschiedenen Läden mussten sie verkehrsgünstig liegen und ausreichend viele Parkplätze anbieten. Im Vordergrund stand immer die Zufriedenheit der Kunden – und damit auch der Erfolg der Mieter.

Als erste ECE-Eigenentwicklung eröffnete am 23. Oktober 1969 das Franken-Center in Nürnberg. Diesem Pilotprojekt folgten das Alstertal-Einkaufszentrum in Hamburg (1970), das Hessen-Center in Frankfurt am Main (1971), das Rhein-Center in Köln (1972), das Roland-Center in Bremen (1972), das Leo-Center in Leonberg (1973) und das Allee-Center in Essen (1973). Alle diese Einkaufszentren der ersten Generation befinden sich bis heute im Management der ECE.