2002 – heute

Innerstädtische Unikate

Eastgate Berlin
Eastgate Berlin

Die Qualitätsanforderungen an ein Shopping-Center haben sich im Laufe der Jahre enorm erhöht. Kein Center gleicht heutzutage dem anderen. Wurde früher nach dem „Hundeknochenprinzip“ gebaut – links und rechts ein Kaufhaus, dazwischen die Ladenstraße mit kleineren Geschäften – sorgen die Veränderungen im Einzelhandel und komplizierte Grundstücksverhältnisse in den Städten heute für höchst individuelle Konzepte.

Ein Beispiel dafür sind die 2007 eröffneten Schloss-Arkaden in Braunschweig. Dort schuf die ECE mit der Rekonstruktion des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadtschlosses ein neues Wahrzeichen – nach der Dresdner Frauenkirche die zweite große Wiederaufbauleistung im vereinten Deutschland. Für die Fassadenrekonstruktion des Braunschweiger Schlosses verwendeten die Bauleute mehr als 600 erhalten gebliebene Originalteile aus Naturstein sowie mehr als 8.200 neu gefertigte Sandsteinquader. Das wiedererrichtete Schloss beherbergt u. a. öffentlich-kulturelle Einrichtungen wie das Schlossmuseum und die Stadtbibliothek. In der Braunschweiger Innenstadt lösten die Rekonstruktion des Schlosses und die Eröffnung der Schloss-Arkaden einen wahren Investitionsboom aus. Dadurch konnte die Löwenstadt ihre Position als Niedersachsens Einkaufsmetropole Nummer eins nachhaltig stärken. Auch die anfängliche Sorge vieler Geschäftsinhaber, die Menschen würden nur noch die Schloss-Arkaden aufsuchen, hat sich längst zerstreut: Neun von zehn Innenstadtbesuchern nutzen auch weiterhin die Geschäfte in der City. Braunschweig hat durch die Schloss-Rekonstruktion in der Stadtmitte nachhaltig an Attraktivität gewonnen. Die internationale Presse kürte das neue Schloss zu den zehn besten Bauten des Jahres 2007. Und anders als sein Vorgänger steht das neue Braunschweiger Stadtschloss allen Bürgern offen.

Gefragt sind individuelle und passgenaue Lösungen. Genauso wie es keine Standard-Städte gibt, lassen sich auch keine Standardformate für Shopping-Center umsetzen. Jede Stadt ist anders und weist eigene Rahmenbedingungen und Strukturen auf. Daher muss bei der Planung eines Einkaufszentrums für jeden Standort ein individuelles Konzept entworfen werden. Jedes Shopping-Center sollte ein für die Stadt oder Region identitätsstiftendes Unikat sein – mit individuellem Raumerlebnis und hoher Aufenthaltsqualität. Beispiele hierfür sind u. a. die Altmarkt-Galerie in Dresden (2002), das Ettlinger Tor in Karlsruhe (2005), das Eastgate in Berlin (2005), der Limbecker Platz in Essen (2009), die Rathaus-Galerie in Leverkusen (2010), die Rhein-Galerie in Ludwigshafen (2010), die Thier-Galerie in Dortmund (2011), das Skyline Plaza in Frankfurt am Main (2013), das Milaneo in Stuttgart (2014) und das Aquis Plaza in Aachen (2015).